Lampedusa in den 80ern, eine Fischerinsel zwischen Sizilien und dem nördlichen Afrika, auf der die Vespa das wichtigste Fortbewegungsmittel ist: Hier folgt das Leben den Regeln der Tradition, und obwohl raue Sitten herrschen, weiß jeder, was er sich und der Dorfgemeinschaft schuldet. Das Land ist felsig und karg, dafür entschädigt das satt blaue Meer rundherum. Im Mittelpunkt des Films steht die Familie des 13-jährigen Pasquale. Er ist der Anführer einer am Strand herumlungernden Jungenbande, die sich gelegentlich mit der rivalisierenden Gruppe schlägt und dabei leicht die Grenze zur Demütigung überschreitet. Seine Abende verbringt Pasquale mit seinem vorlauten jüngeren Bruder und den anderen auf der Via Roma, der Hauptstraße des Dorfs, wo sie fein geschniegelt und gebügelt Mädchen anmachen. Pasquales Vater, der Fischer Pietro, ist ein Mann mit Herz, das hinter einer harten Schale schlägt. Wenn es um die Familienehre geht, ist er durchaus bereit, das Hinterteil seines Sprösslings zu versohlen. Im Mittelpunkt der Familie steht allerdings Pasquales Mutter Grazia, deren übersprudelnde Gefühle sowohl ins positive als auch ins negative Extrem reichen. Auf der einen Seite hat sie eine unbändige Lebenslust und empfindet sinnliche Liebe für ihre Familie. Diese geht so weit, dass sie zu ihren Söhnen - vor allem zu Pasquale - durch den Wunsch nach körperlicher Nähe fast so etwas wie eine exklusive Liebesbeziehung unterhält. Eher Komplizenschaft als mütterliche Gefühle scheint Grazia mit ihren drei Kinder zu verbinden, legt sie doch eine ähnliche unschuldige Kindlichkeit an den Tag, beispielsweise wenn sie mit ihren Söhnen Nacktbaden geht oder mit den Jungen Schminken spielt. Sie bringt ihre Familie damit immer wieder in peinliche Situationen und überschreitet Regeln, ohne sich dessen gewahr zu werden. Sogar ihre Tochter Marinella scheint trotz ihrer pubertären Annäherungsversuche an den neuen Dorfpolizisten "erwachsener" als Grazia. Grazias dunkle Seite sind ihre emotionale Ausbrüche bei jeder Art von Gewalt gegen sie oder andere.
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Etwa eine Stunde von Florenz entfernt befindet sich inmitten der sanften Hügellandschaft der Toskana ein Ort, an dem die Zeit scheinbar inne hält. Ein Ort mit einem ganz eigenen Lebensrhythmus: Santa Maddalena. Dorthin zieht es Dichter, Schriftsteller, Regisseure, Sachbuchautoren und Botaniker aus aller Welt. Wer das Privileg hatte, einmal dort zu logieren, dem zaubert die Erwähnung der Santa-Maddalena-Stiftung einen magischen Glanz in die Augen - Bernardo Bertolucci ebenso wie Isabella Rossellini und Daniel Kehlmann. Im letzten Jahrhundert pflegte dort der bukowinische Schriftsteller Gregor von Rezzori einen Dialog mit anderen Autoren - Bruce Chatwin etwa schrieb im Turm von Santa Maddalena seine Reisereportagen. Nun verteidigt Rezzoris Frau Beatrice Monti della Corte die Stiftung im Gedenken an den 1998 gestorbenen "Grischa" von Rezzori gegen die Unbilden einer immer atemloseren Welt. So hat sich das Landgut zu einem Rückzugsgebiet der Kultur entwickelt, "Writers in Residence" profitieren vom Genius loci. Allein schon die Landschaft, die Natur, das gute Essen, der private Rahmen und der ruhige Lebensrhythmus machen diesen Ort zu einem Biotop für Künstler. Die wechselnden Bewohner gewähren einen fruchtbaren Ideenfluss, die immer wiederkehrenden Stammgäste garantieren die Kontinuität eines Diskurses auf hohem Niveau. Da erklärt der irische Autor Colm Toibin seinem russischen Kollegen Jerofejew die Gedichte von John Keats, und Volker Schlöndorff diskutiert beim Mittagessen neue Drehbuchideen. Gero von Boehm gibt Einblicke in die fruchtbare Atmosphäre von Santa Maddalena.
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Etwa eine Stunde von Florenz entfernt befindet sich inmitten der sanften Hügellandschaft der Toskana ein Ort, an dem die Zeit scheinbar inne hält. Ein Ort mit einem ganz eigenen Lebensrhythmus: Santa Maddalena. Dorthin zieht es Dichter, Schriftsteller, Regisseure, Sachbuchautoren und Botaniker aus aller Welt. Wer das Privileg hatte, einmal dort zu logieren, dem zaubert die Erwähnung der Santa-Maddalena-Stiftung einen magischen Glanz in die Augen - Bernardo Bertolucci ebenso wie Isabella Rossellini und Daniel Kehlmann. Im letzten Jahrhundert pflegte dort der bukowinische Schriftsteller Gregor von Rezzori einen Dialog mit anderen Autoren - Bruce Chatwin etwa schrieb im Turm von Santa Maddalena seine Reisereportagen. Nun verteidigt Rezzoris Frau Beatrice Monti della Corte die Stiftung im Gedenken an den 1998 gestorbenen "Grischa" von Rezzori gegen die Unbilden einer immer atemloseren Welt. So hat sich das Landgut zu einem Rückzugsgebiet der Kultur entwickelt, "Writers in Residence" profitieren vom Genius loci. Allein schon die Landschaft, die Natur, das gute Essen, der private Rahmen und der ruhige Lebensrhythmus machen diesen Ort zu einem Biotop für Künstler. Die wechselnden Bewohner gewähren einen fruchtbaren Ideenfluss, die immer wiederkehrenden Stammgäste garantieren die Kontinuität eines Diskurses auf hohem Niveau. Da erklärt der irische Autor Colm Toibin seinem russischen Kollegen Jerofejew die Gedichte von John Keats, und Volker Schlöndorff diskutiert beim Mittagessen neue Drehbuchideen. Gero von Boehm gibt Einblicke in die fruchtbare Atmosphäre von Santa Maddalena.
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Alle Sendungen wurden sorgfältig recherchiert.
Eine Garantie auf Richtigkeit und Vollständigkeit können wir allerdings nicht übernehmen.