Italien genießen mit Italien.Info: Florenz - Toskana
Italien genießen
Sie sind hier: Startseite > Ausgewählte Reiseziele > Canossa  
 Canossa
Auf historischem Boden


Lage

Region: Emilia-Romagna Provinz: Reggio-Emilia




Castello di Canossa 42026 Canossa
Municipio an der
Piazza Matteotti 30
Tel. 0522-878111
 


Castello di Rossena
42026 Canossa
Tel. 0522-242009
Fax 0522-242013



Mittelalterlicher Umzug
Im Frühjahr, jeden letzten Sonntag im Mai, findet die "Corteo storica Mathildico" im Ort Quattro Castella bei Canossa statt. Seit 1955 wird rund um das Castello di Bianello das Leben der einflussreichen Herzogin Mathilde in farbprächtigen Kostümen erzählt. Den Besucher erwartet eine einmalige Atmosphäre und die seltene Gelegenheit, einen Schritt zurück in das Mittelalter zu wagen.
Touristenbüro (und Kartenverkauf) befindet sich am Piazza Dante, Tel.: 0522-888473
Die Region um Canossa wäre bei weitem kein solches Touristenziel, wenn es nicht vor knapp 1000 Jahren den Investiturstreit und den deutschen König, Heinrich IV., gegeben hätte. Im Januar 1077 zog Heinrich IV., der im Jahr zuvor von Papst Gregor VII. exkommuniziert wurde, frierend mit Ehefrau und Sohn im Büßergewand zum Castello. Durch die Vermittlung der Gräfin Mathilde von Canossa, der ein Gebiet von der Toskana bis nach Mantua gehörte, empfing Papst Gregor VII. den seit drei Tagen barfuss im Schnee wartenden König und löste nach dieser Demutsbezeugung den Bann wieder auf. Doch das Treffen trug keine politischen Früchte der Aussöhnung und Harmonie. Heinrich IV. führte jahrelang einen grausamen Krieg gegen Italien. Erst im Jahr 1122 wurde in Worms das Ende des Investiturstreits, einem Disput um kirchliche und weltliche Macht, das "Konkordat von Worms" unterzeichnet.

Neben Heinrich IV. waren Fürsten, Philosophen, Künstler und Päpste gern empfangene Gäste der gebildeten Herzogin. Heute ist von der Burg Canossa nicht viel mehr als eine Ruine geblieben. Im Jahr 940 von Atto Adalberto gebaut, wurde das Castello vollständig auf weichem Sandstein errichtet. Der Stein, im lateinischen canus, gab der Burg ihren Namen. Aufgrund des unstabilen Untergrundes wurde das als Mathilde-Burg bekannte Castello dem Verfall preisgegeben. Die vom Wetter zerfressenen Steine in der näheren Umgebung der Burg, die calanchi, zeugen von der Kraft und Gewalt der Natur und den zerstörerischen Eingriffen der Menschen. Noch im 11. Jahrhundert symbolisierte Canossa den italienischen Kampf gegen die kaiserliche Macht in Deutschland.

Im Museum des Castello befindet sich ein Taufbecken mit eingemeißelten Symbolen der Synopse. Am Fuße des Berges verkauft ein kleiner Souvenirladen neben Postkarten in Techni-Color-Farben allerlei Mini-Ausgaben von Waldgeistern und -hütten. Schräg gegenüber befindet sich das Haus der Stiftung der Freunde Canossas und ein Ristorante.

Aber auch ohne das Castello Canossa hat die Landschaft sehr viel Reizvolles zu bieten. Eine Hügellandschaft nach der anderen wechselt mit weiten Wiesenflächen ab, malerisch stehen vereinzelt Bäume auf den grünen, sanft ansteigenden Hängen. Auf den Spitzen der Berge ragen Türme, Burgen oder deren Überreste stolz in den Himmel. Die Asphaltstraßen wenden sich in sanften Schlängellinien um die Berge. Hinter jedem Hügel offenbart sich eine traumhafte Aussicht; eine Fahrt durch diese pittoreske Landschaft kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Wer diese Muße hat, wird in der Gegend viele Möglichkeiten für ausgedehnte Wanderungen oder Fahrradtouren finden.

Im benachbarten Castello di Rossena hat man bei gutem Wetter einen großartigen Blick auf die Ruine von Canossa und deren Umgebung. Völlig restauriert präsentiert sich die ehemalige Militärfestung, die heute im privaten Besitz ist. Der Name der Burg stammt von der Farbe des Granitgesteins, auf dem sie steht und teilweise errichtet wurde. Zum Sonnenuntergang erstahlt die Burg in einem weichen, warmen Orangeton. Gegenüber dem Castello steht der Torre di Rossenella, gebaut im 12. bis 13. Jahrhundert. Seit kurzem kann man im Castello übernachten. 50 Betten in Schlafräumen u.a. mit Doppelstockbetten stehen den Gästen zur Verfügung. Wer sich also schon immer einmal in jahrhundertealten Gemäuern betten wollte, ist hier genau richtig. Neben den Schlafräumen gibt es Zimmer mit recht gut erhaltenen Fresken, Esssäle, einen Konferenzraum und einen kleinen Ausstellungsbereich. Reisende in Gruppen können Menüs mit den typischen Gerichten der lokalen Küche bestellen.



Copyright © Doreén Pick