
Unterkünfte am See
Hotels
Ferienwohnungen
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Die Toskana kennt fast jeder, ebenso Italiens Hauptstadt Rom. Doch wer ahnt,
dass sich zwischen der Zypressenlandschaft und dem Papstsitz eine traumhaft schöne
Landschaft „versteckt“ – die Tuscia? Das an den Hängen eines Ausläufers der Monti
Volsini gelegene und zum Teil der Uferniederung zustrebende Bolsena erstreckt sich
am Nordostufer des gleichnamigen Sees 350 Meter über dem Meeresspiegel. Der gleichnamige
See, der mit 114 Quadratkilometern den größten Vulkansee Europas darstellt, entstand
vor Hundertausenden von Jahren. Mit seinen beiden Inseln Maratana und Bisentina
lädt der Süßwassersee in den Sommermonaten zum Schwimmen, Segeln und Surfen ein.
Lauschige Buchten, die nur schwer einzusehen sind, erreicht man in der Regel nur
mit einem Boot.
Die Landschaft wird geprägt von uralten Kastanien- und Eichenwälder, duftenden Pinienbaumalleen,
geschwungene Weinbergen, romantischen Gärten und mittelalterliche sowie etruskische
Städte und Dörfer. Hier mag man auf Entdeckungsreise gehen, um die Schönheiten und
Geheimnisse dieses Landstrichs zu erkunden.

Blick über Bolsena und den gleichnamigen See. Foto Brockes
Luxushotels findet man in der Tuscia nicht. Hier verbringt
der Gast seine Ferien in urigen Häusern, romantische Unterkünfte, die nicht jeder
kennt. Alte, verfallene Bauernhäuser werden eigens dafür renoviert und komfortabel
eingerichtet. Im Sommer 2002 hat sich auf Initiative von dem Deutschen Bernd Gasser,
Gründer der ortsansässigen Agenzia Ombrellone hin, der Tourismusverband „Arca della
Tuscia“ (Arche von Tuscia) gebildet. Leitidee des neune Tourismusverbandes ist der
Erhalt und die Förderung traditioneller Strukturen und der Schutz der weitgehend
intakten Natur in dieser noch ursprünglichen italienischen Region vor den Wellen
eines alles überschwemmenden Tourismus sowie die behutsame Weiterentwicklung und
die Qualitätssteigerung der touristischen Angebote in der Tuscia und am Bolsenasee.
Massentourismus ist also tabu. Die Tuscia ist etwas für Individualisten und Naturfreunde.
Am Südufer des Lago di Bolsena mit den Fischerstädtchen Marta und Capodimonte, findet
man die Ursprünglichkeit des Landes und die unglaubliche Herzlichkeit der Italiener.
Fischfang, Landwirtschaft, Weinanbau und die Produktion von Olivenöl sind die Haupteinnahmequellen,
wobei das Öl und der Wein zu den Produkten gehören, die weit über die Grenzen Italiens
exportiert werden.
Herzlichkeit auf italienische Art
Überall und jederzeit sind die Einheimischen zu einem Schwätzchen bereit,
aber bitte nur in italienischer Sprache. Denn hier ist noch nichts eingedeutscht,
so auch nicht die umfangreichen Speisekarten mit ihren zahlreichen Fisch- und Fleischspezialitäten.
Italienische Lebensart, wohin man auch schaut. Gugliano erklärt gerne und ausführlich
die Aufzucht der im Bolsenasee lebenden Fische und Signor Bruno Battaglini weiht
in die Geheimnisse des kaltgepressten Olivenöls ein, während Teresa und ihre Familie
den Besuchern gerne ihre Türen öffnet und einfache, dennoch raffinierte Gerichte
serviert; selbstverständlich alles vom eigenen Feld, frisch geerntet.
Berühmt ist das traditionelle Blumenfest „Infiorata“, das jedes Jahr anlässlich
des Fronleichnamfestes in Bolsena gefeiert wird. Die Straßen verwandeln sich an
diesem Tag in einmalig schöne Blumenteppiche. Viele Helfer sammeln zuerst die Blumen,
entwerfen die Schmuckmotive und führen sie in mühsamer Arbeit aus. Für die Blumenteppiche
werden vorwiegend die Blüten von Ginster, Klatschmohn, Kornblumen, Hundsrosen, Klee,
Disteln, Wicken und Farne verwendet. Aber auch einige Körnersorten finden ihre Verwendung.
Das verträumte Städtchen Montefiascone, das sich auf fast 600 Meter Höhe erhebt,
ist vor allen Dingen bekannt durch seinen berühmten Wein „Est! Est!! Est!!!. In
der alten mittelalterlichen Burg lohnt sich vor allem der Besuch des Doms von Santa
Margherita aus dem XV. Jahrhundert, die Rocca, die Kirche von Fas Flaviano als eindrucksvolles
Beispiel romanischer Architektur.

Romantische Sonnenuntergänge gibt`s gratis dazu. Foto Brockes
Das „dolce far niente“ genießen
Auf keinen Fall sollte man es versäumen Civita di Bagnoregio, die „sterbende
Stadt“ zu besuchen. Der Anblick von oben ist einzigartig. Das Tor, einziger Zugang
zur Stadt, hält die Erinnerung an die siegreichen Schlachten der Einwohner gegen die Monadeschi della Cervara wach. Durch unaufhaltsamen Erosionsprozess, der die
Ränder der auf lehmigem Boden ruhenden Tuffwänden einstürzen ließ und im Laufe der
Jahrhunderte einen riesigen Abgrund schuf, wurde Civita praktisch abgeschnitten
und liegt heute isoliert auf einer Anhöhe. Man erreicht den Ort zu Fuß über eine
300 Meter lange Brücke.
Ein Ferienaufenthalt rund um den Bolsenasee ist ein Erlebnis der besonderen Art.
Ob man sich nun sportlich betätigt, einen Koch- oder Malkurs besucht, mit dem Mountainbike
oder dem Pferd die Landschaft erkundet oder einfach das „dolce far niente“ genießt,
Stress und Hektik sind auf jeden Fall schnell vergessen.
Die Tuscia ist ein Landstrich, der die Sinne berührt und die Seele streichelt. Wer
einmal dort war, möchte immer wieder zurückkehren. Weitere Informationen unter www.bolsena.info
© Simone Brockes/strong> Nachdruck und Verwertung des Inhalts (Vervielfältigung,
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